Vogelhaltung in der Wohnung

544

Vögel werden bereits seit Jahrtausenden als Haustiere gehalten. Dies ist beispielsweise aus der Inka-Kultur bekannt. In Folge der Schifffahrt sowie der Eroberung fremder Länder brachte man exotische Vogelarten nach Europa. Das vielfach farbenfrohe Aussehen und der Gesang faszinierten die Europäer und bis heute zählen Vögel zu den beliebtesten Haustieren.

Für die Wohnungshaltung eignet sich eine Vielzahl an Vogelarten. Bei den meisten handelt es sich um Schwarmtiere, die ein ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen und daher auf keinen Fall einzeln gehalten werden sollten. Bei der Wahl des gefiederten Mitbewohners gilt es schließlich einige grundlegende Dinge zu berücksichtigen. So steigt der Platzbedarf eines Tieres mit zunehmender Körpergröße. Einem Beo sollte demnach mehr Raum zur Verfügung stehen als einem Kanarienvogel. Einige Vogelarten sind sehr intelligent und erfordern entsprechende Aufmerksamkeit, womit ein gewisser zeitlicher Aufwand verbunden ist. Aspekte wie Lärm sowie Käfig- bzw. Wohnraumreinigung spielen ebenfalls eine Rolle und sollten nicht unterschätzt werden.

Kanarienvogel

Kanarienvögel sind aufgrund ihrer Farbschläge und Gesänge sehr beliebt. Sie benötigen nicht viel Platz. Ideal ist die paarweise Haltung. Es handelt sich um aktive Tiere, die sehr laut sein können, was bei geräuschempfindlichen Nachbarn ein Problem darstellt.

Wellen- und Nymphensittich

Optimal ist in beiden Fällen die gemeinsame Haltung eines männlichen und weiblichen Tieres. Bei entsprechendem Platzangebot ist auch eine Gruppenhaltung möglich. Die Laute des Wellensittichs sind nicht so melodiös wie bei den Kanarienvögeln, hinsichtlich der Lautstärke können sie mit ihnen allerdings durchaus mithalten. Nymphensittiche sind sehr kommunikationsfreudig. Der Platzbedarf ist nicht sehr groß, sofern den Tieren tägliche Freiflüge ermöglicht werden.

Rosen-, Schwarz- und Pfirsichköpfchen

Die sehr farbenfrohen, munteren und verspielten Rosen-, Schwarz- und Pfirsichköpfchen sollten mindestens paarweise gehalten werden. Auch in kleinen Schwärmen fühlen sie sich wohl. Ein kleiner Käfig stellt kein Problem dar, setzt allerdings voraus, dass den Tieren viel Freiflug ermöglicht wird.

Beo

Der Beo ist ein echtes „Plappermaul“. Aufgrund seiner Geselligkeit sollte eine paarweise Haltung erfolgen. Eine Gruppenhaltung ist ebenfalls möglich. Beos werden insbesondere in den Morgen- und Abendstunden mitunter sehr laut. Im Gegensatz zu Papageien neigen sie nicht zum Nagen, sodass sie keine großen Schäden an der Wohnungseinrichtung verursachen. Sie sind gute Flieger und benötigen viel Platz für regelmäßige Freiflüge. Wenn ausreichend Platz zur Verfügung steht, ist die Einrichtung eines Vogelzimmers sinnvoll.

Sperlingspapagei

Bei dem Sperlingspapagei handelt es sich mit einer Größe von 13 cm um einen der kleinsten Papageienvögel. Die paarweise Haltung ist obligatorisch. Sofern ausreichend Platz und somit Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind, ist auch eine Kleingruppe denkbar. Mit dem Sperlingspapagei entscheidest du dich für einen ruhigen Mitbewohner.

Zebrafink

Der zu den Prachtfinken zählende Zebrafink erfreut sich bei Vogelhaltern zunehmender Beliebtheit. Die zierlichen Vögel sind sehr bewegungsfreudig und benötigen eine entsprechend große Voliere. Freiflüge in der Wohnung sind nicht zu empfehlen, da die Vögel aufgrund ihrer geringen Größe leicht hinter Möbelstücke fliegen und sich dabei verletzen können. Zebrafinken sind zwar sehr lebhaft, aber nicht sehr laut.

Bedenke bei deiner Wahl, dass Vögel ein unterschiedlich hohes Alter erreichen können. So werden Wellensittiche bis zu 10 Jahre alt, während Nymphensittiche und Beos im Durchschnitt ein Alter von 15 bis 20 Jahre erreichen. Entscheiden solltest du auch nach dem Charakter der Vogelart, denn die Beobachtung und die Gesellschaft deines neuen Mitbewohners bereitet umso mehr Freude, je natürlicher und somit glücklicher der gefiederte Freund sich in den gemeinsamen vier Wänden verhält.